Der Bouleplatz des PCZ

Wer Anfang der 60er Jahre im Sommer auf der Waid spazierte, konnte dort den Mitgliedern des Club Suisse-Français «Le Léman» beim Pétanque-Spiel zuschauen. Am Sonntag traf man sich auf der Josefwiese im Kreis 5 für eine morgendliche Partie. Es ist der grosse Verdienst, dieses Vorgängers des PCZ, dass der Pétanquesport auch in der deutschsprachigen Schweiz immer mehr Verbreitung fand.

1965 gewann überraschend die Schweiz an der Pétanque Weltmeisterschaft in Madrid. Der Sieg von Joseph Féraud, Christian Theiler und Maurice Evequoz war der Anstoss für Henry Werner (Gründer von Le Léman) sich in der Deutschschweiz für die Verbreitung des Pétanque einzusetzen.


1966 initiierte er den 1. Grand Prix de Zurich, an der auch die Vorjahresweltmeister teilnahmen.

1968 gründete Henry Werner mit neun Gleichgesinnten den Pétanque Club Zürich und wurde dessen erster Präsident. Dieses Amt führte er während 20 Jahren mit viel Verve und Leidenschaft. Notiz am Rande: Für die erste Deutsche Meisterschaft in Singen wurde 1982 Henry Werner als Organisator angeheuert. (Die Badener konnten nicht so gut mit den Preussen und umgekehrt!)

Heute ist er unser Ehrenpräsident und kann altersbedingt leider nur noch sporadisch auf der Wiese vorbeischauen. Als Nachfolger waren Francis Rigotti, Raymond Nef, Ueli Bräm, Martin Langmeier, Jürg Frey für die Geschicke des PCZ federführend.

Einen weiteren Kick in der Deutschschweiz erhielt Pétanque erneut 1982. Italo Mascio, Peter Schönenberger und Max Schühle qualifizierten sich für die 18. Pétanque WM in Genève. 
Mit Coach Henry Werner erspielten sie sich gegen Tunesien im Teilnehmerfeld von 50 Tripletten den 20. Schlussrang. Zu Ehren von «immer nu zaahle»-Italo spielen wir jeweils unser Eröffnungsturnier im Frühling.

Der Grand Prix de Zurich wurde institutionalisiert, jedoch nicht jährlich durchgeführt.
Mit seinem internationalen Teilnehmerfeld war er jahrzehntelang DAS Event der Schweizer Pétanqueszene. Bis zu 200 Doubletten waren dannzumal klickend und klackend auf der Wiese. Sie kamen immer alle gerne nach Zürich: die Landesmeister aus Deutschland, ex-Jugoslawien, Italien, etc, die Weltmeister aus Frankreich und alle, die sich mit ihnen messen wollten. Viel Herzblut und noch mehr freiwillige Stunden wurden jeweils von den Organisatoren aufgewendet, um einen möglichst perfekten Anlass auf die Beine zu stellen. Der bisher letzte Grand Prix wurde vom leider viel zu früh verstorbenen Martin Winter 2010 höchst professionell auf die Beine gestellt und war ein grandioser Erfolg.

Aber auch am GP nagte der Zahn der Zeit. Eine Steigerung war nicht mehr möglich und gewünscht. Der zeitliche Aufwand stieg von Jahr zu Jahr, so dass eine Re- Dimensionierung durch die Mitgliederversammlung beschlossen wurde. Durch verschiedene Umstände ist der GP von Zürich nun seit 2 Jahren im Dornröschenschlaf. Für ein eventuelles Wiedererwachen in anderer Form blicken wir noch in die Kugeln…

Gegenwärtig zählt der Pétanque Club Zürich 137 Mitglieder (ca. 45 davon mit Lizenz). Einen harten Kern dieser Spieler kann man jahrein jahraus auf der Josefwiese kugelnd antreffen.
Nicht alle Clubmitglieder streben sportlich hohe Ziele an. Für das Gros der Spieler ist Pétanque ein Spiel, das in geselliger Ambiance ideale Voraussetzungen bietet, sich vom Alltag zu erholen. Die Besten des Clubs stossen an grossen Schweizerturnieren von Zeit zu Zeit in die Achtel- und Viertelfinals vor. (Link auf Resultate).
Nicole Begue wurde ins Nationalkader der Espoirs aufgenommen und konnte 2013 mit ihren Spielpartnerinnen an die Europameisterschaften in Düsseldorf fahren, wo sie sich den sehr guten 3. Platz erspielten.